Martin Reinicke | Feine Fotografie und andere Gedanken » Fotografie und andere Gedanken

Le Donon 2013 | Zeitfahren am Berg der Saarländer

Fast genau ein Jahr ist es her, seit ich meinen letzten Beitrag geschrieben und emotionale Fotografien der Donon-Tour 2012 veröffentlicht habe. Nun wird sich der eine oder andere unter Euch sicherlich fragen, warum es so lange gedauert hat, bis wieder etwas von mir zu sehen und zu hören war. Nun, seit letztem August sind einige Sachen passiert, die deutlich wichtiger waren, als eine Webseite. Wir haben einige Sachen im Schnell-Durchlauf erledigt, für die sich andere Leute etwas mehr Zeit lassen: Aus zwei Menschen wurde eine Familie, ein Haus wurde -größten Teils – renoviert, wir zogen in das Haus und ein neue berufliche Aufgabe fing mich ein. Also doch einige dringende Gründe, die schönste Nebenbeschäftigung der Welt ein bisschen ruhen zu lassen.

Um so mehr freut es mich, dass ich auch in diesem Jahr wieder die Donon-Tour der Saarbrücker Radverrückten zur Quelle der Saar fotografisch begleiten durfte. Denn eigentlich habe ich zwei schönste Nebenbeschäftigungen der Welt: Ich liebe das Fotografieren, aber ich liebe auch das Radfahren und alles was damit zusammen hängt. Übrigens wurden auch meine Räder im letzten Jahr sträflich vernachlässigt… Mein KTM Relevator fühlte sich so einsam, dass ich das gute Stück gemeinsam mit meinem Vater das Rennen bestreiten ließ.

Auch in diesem Jahr sprang der Funke direkt über. Schon vor dem Start am Ulanenpavillon in Saarbrücken spürte man die Spannung und Leidenschaft der Fahrer für das Rennen. Beim Blick auf die Waden und Rennmaschinen der Teilnehmer stellte ich fest, dass wohl einige sehr gezielt auf diesen Tag hin trainiert hatten. Nachdem beim extrem heißen Rennen des letzten Jahres Fahrer in die Top Ten gestürmt waren, die man vorher nicht auf der Karte hatte, hatten sich diverse „Alteingesessene“ mit Vehemenz auf das Bergzeitfahren vorbereitet. Aber auch die „Neulinge“ hatten nicht geschlafen. Einige beeindruckende Oberschenkel, ultraleichte Laufräder und taxierende Blicke sprachen Bände. Daher halfen auch alle Hinweise einiger Fahrer, dass das eigentliche Rennen ja erst am Fuße des Donon beginnen würde, nichts. Da die Truppe in diesem Jahr nicht mit der unbarmherzigen Hitze zu kämpfen hatte, kam es wie es kommen musste: Sobald man die Stadtgrenze von Saarbrücken überrollt hatte, fing der wilde Ritt entlang der Saar an.

Einige der Jungs fuhren sich bereits auf dem Weg nach Abreschviller, dem Startort des Bergzeitfahrens, die Schuhe um die Ohren. Die Warnungen der alten Hasen wurden in den Wind geschlagen und man schaute mal, was der andere denn so drauf hat. Ich persönlich will mich gar nicht beschweren. Denn wer möchte schon Bilder eines langweiligen Radrennens fotografieren?! Und so ging die wilde Jagd bis an den Fuß des Donon. Die Fahrer sausten über die Landstraßen Frankreichs und ich streckte meinen Kopf wahlweise aus dem Fenster oder dem Dach der vierrädrigen „Höllenmaschine“ der Tourleitung. Nur so viel sei gesagt: dieser Wagen war definitiv nicht untermotorisiert und brachte mich immer rechtzeitig an die wichtigen Streckenpunkte. Ab Abreschviller startete das Bergrennen. Rund 20 Kilometer gegen die Zeit, die Gegner und gegen sich selbst. Nachdem den Fahrern bereits ungefähr 100 Kilometer in den Beinen steckten, eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Immer an der jungen Saar entlang erkämpften sich die Frauen und Männer die Höhenmeter zur Passhöhe des Donon. Der Sieger eroberte den Pokal mit der schnellsten jemals in diesem Rennen gefahrenen Zeit. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings: Die Trophäe geht für ein Jahr nach Hannover! Ich bin mir sicher, dass dieser Umstand den Ehrgeiz der Saarländer weiter befeuern wird und man alles daran setzen wird, das gute Stück wieder nach Hause an die Saar zu holen. Nach einem Weizenbier und dem Abschlussfoto war diese „Niederlage“ wieder vergessen.

Abends am Staden bei weiteren Weizenbieren und lecker Pizza überwogen die schönen Erinnerungen des Tages. Auch für mich war es ein wunderbarer Tag gewesen, da ich endlich wieder meine beiden Leidenschaften verbinden konnte. Vielleicht schaffe ich es mal irgendwann, selbst mitzufahren. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt…

gepostet von Martin Reinicke
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Hans Hennrich -

Woow Martin Super geiler Rennbericht!

Robert Frauendorfer -

Wieder mal Top.. Schöne Bilder von einem tollen Tag mit klasse Leuten…..und ja: nächstes Jahr solltest Du die Bilder vom Rad aus machen, das dann zwar weniger PS hat als die Höllenmaschine von P., aber hoffentlich nicht weniger unbarmherzigen Vortrieb auf die Straße bringt.

Martin Reinicke -

OhjeOhje, ich gehe mal davon aus, dass ich einige Jährchen trainieren muss, bis ich überhaupt bei Euch mithalten kann. Meine Formkurve zeigt nicht gerade steil nach oben. Die Gewichtskurve dafür schon…
Und Ps Höllenmaschine bleibt eh unerreicht. Da kann man sehen, was in einem Kombi alles drin stecken kann…:))